Anfragen

Voraussetzungen für das Tätigwerden

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen er­füllt sein, da­mit die Schlich­tungs­stel­le ge­mäss FSV tä­tig wer­den kann?

  • Die Be­schwer­de rich­tet sich ge­gen ei­nen Fi­nanz­dienst­leis­ter gem. Art. 10 FSV
  • Der Kun­de soll­te sei­ne Re­kla­ma­ti­on zu­nächst an den be­trof­fe­nen Fi­nanz­dienst­leis­ter rich­ten und ei­ne schrift­li­che Ant­wort ver­lan­gen

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen er­füllt sein, da­mit die Schlich­tungs­stel­le für Al­ter­na­ti­ve Strei­t­bei­le­gungs­ver­fah­ren ge­mäss AStG tä­tig wer­den kann?

  • Es muss sich um ei­ne Strei­tig­keit zwi­schen ei­nem Kon­su­men­ten aus ei­nem EWR-Staat (incl. EU-Staa­ten) und ei­nem liech­ten­stei­ni­schen Un­ter­neh­men im Fi­nanz­dienst­leis­tungs­be­reich in Zu­sam­men­hang mit ei­nem zwi­schen den bei­den Par­tei­en ab­ge­schlos­se­nen ent­gelt­li­chen Ver­trag han­deln.
  • Die Strei­tig­keit darf nicht in die Zu­stän­dig­keit ei­ner an­de­ren al­ter­na­ti­ven Strei­t­bei­le­gungs­stel­le im Sin­ne von Art. 4 Abs. 1 AStG fal­len (wie z. B. Schlich­tungs­stel­len nach der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setz­ge­bung, nach der Elek­tri­zi­täts­markt­ge­setz­ge­bung, der Gas­markt­ge­setz­ge­bung oder das Amt für Volks­wirt­schaft in sei­ner Funk­ti­on als AS-Stel­le in An­ge­le­gen­hei­ten des Kon­su­men­ten­schut­zes).
  • Die Strei­tig­keit darf auch kei­ne Ver­trä­ge über Ge­sund­heits­dienst­leis­tun­gen, Strei­tig­kei­ten mit öf­fent­li­chen An­bie­tern von Wei­ter- oder Hoch­schul­bil­dung, nicht­wirt­schaft­li­che Dienst­leis­tun­gen von all­ge­mei­nem In­ter­es­se oder Kauf­ver­trä­ge über un­be­weg­li­che Sa­chen be­tref­fen.
  • Der Kon­su­ment soll­te vor der An­ru­fung der Schlich­tungs­stel­le selbst ei­nen Ei­ni­gungs­ver­such mit dem Un­ter­neh­men un­ter­nom­men ha­ben.

Unzuständigkeit

In welchen Fällen kann die Schlichtunsgstelle nicht tätig werden?

  • Zur Klä­rung von Fra­gen, die die all­ge­mei­ne Ge­schäfts- und Ta­rif­po­li­tik des In­sti­tuts be­tref­fen
  • Zur Klä­rung von ab­strak­ten Rechts- und Wirt­schafts­fra­gen
  • Wenn in die­ser An­ge­le­gen­heit be­reits ei­ne Be­hör­de tä­tig ist bzw. be­reits ein Ent­scheid er­gan­gen ist

Ver­fah­ren vor der Schlich­tungs­stel­le

Der Kun­de soll­te sei­ne Re­kla­ma­ti­on zu­nächst an den be­trof­fe­nen Fi­nanz­dienst­leis­ter rich­ten und ei­ne schrift­li­che Ant­wort ver­lan­gen. Geht kei­ne Ant­wort ein oder ist die­se Ant­wort für den Kun­den un­be­frie­di­gend, kann er sich münd­lich oder schrift­lich an die Schlich­tungs­stel­le wen­den.

Ein­fa­che An­fra­gen wer­den von der Schlich­tungs­per­son münd­lich er­le­digt. Han­delt es sich um kom­ple­xe Fra­ge­stel­lun­gen, kann die Schlich­tungs­stel­le wei­te­re Un­ter­la­gen vom Kun­den ein­ho­len und auch das In­sti­tut bzw. Un­ter­neh­men zur Ab­ga­be ei­ner er­gän­zen­den Stel­lung­nah­me auf­for­dern. Es kann auch vor­kom­men, dass sich ein be­stimm­ter Fall auf­grund ho­her Kom­ple­xi­tät nicht für ein Schlich­tungs­ver­fah­ren eig­net oder dass die Schlich­tungs­stel­le den Kun­den aus ei­nem an­de­ren Grund auf­for­dert, di­rekt die or­dent­li­chen Ge­rich­te an­zu­ru­fen.

Zur Ver­ein­fa­chung und Be­schleu­ni­gung des Schlich­tungs­ver­fah­rens soll­te der Kun­de den Sach­ver­halt ver­ständ­lich dar­le­gen und ge­nau um­schrei­ben, wel­che For­de­run­gen er an das In­sti­tut bzw. Un­ter­neh­men stellt.

Schlich­tungs­be­geh­ren sind in deut­scher oder eng­li­scher Spra­che gel­tend zu ma­chen.

Die Schlich­tungs­stel­le ist be­fugt, vom In­sti­tut al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te für die Be­ur­tei­lung des ge­gen­ständ­li­chen Fal­les zu ver­lan­gen und in die Ak­ten Ein­sicht zu neh­men. Zu die­sem Zweck be­darf es ei­ner Er­mäch­ti­gung des Kun­den, da­mit die Bank oder sons­ti­ge Fi­nanz­dienst­leis­te­rin von ih­rem ge­setz­li­chen Be­rufs­ge­heim­nis ge­gen­über der Schlich­tungs­per­son ent­bun­den wird (Er­mäch­ti­gungs­er­klä­rung).

Nach­dem sich die Schlich­tungs­stel­le ein um­fas­sen­des Bild von dem der Be­schwer­de zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt ge­macht hat, un­ter­brei­tet sie den Par­tei­en ei­nen Schlich­tungs­vor­schlag, an den die­se nicht ge­bun­den sind. Es steht so­wohl dem Kun­den als auch dem In­sti­tut frei, wei­te­re recht­li­che Schrit­te ein­zu­lei­ten.

Wenn die Par­tei­en ei­nem Schlich­tungs­vor­schlag der Schlich­tungs­stel­le zu­ge­stimmt ha­ben, sind je­doch bei­de Par­tei­en an die­sen Vor­schlag ge­bun­den.